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Rückblick 2005: Höhentrainingslager in Mexiko 23.09. - 16.10.2005
Geschrieben am Saturday, 24.September. @ 20:34:26 CEST

Aktuelles
 
Am Donnerstag, den 22.09.05 gingen am späten Abend die Erfurter Matthias John, Michael Seidenbecher und Robert auf große Reise (Frankfurt/M.- Dallas- Aguascalientes). Es sollte mal wieder richtig spannend werden ...
 13.11.2005
 
Wir begrüßen nun auch die zahlreichen Besucher aus Mexiko. Buenos días!
 


 
 
Kurz nach der Autobahnauffahrt in Erfurt brannte zunächst ein Hinterrad am Kleinbus ab. So trafen die drei Jungs erst weit nach Mitternacht in Frankfurt/Main auf Bundestrainer Uibel und die anderen Teilnehmer. Am Vormittag ging es dann mit einer Boing 777 weiter. Und wenn man schon mal nach Texas fliegt, dann genau zu dem Zeitpunkt, wo ein Hurrikan der Stärke 5 auch auf das Land zu rast. "Rita" ließ sich bekanntlich etwas mehr Zeit und so kamen die Jungs nach 11 Stunden Flug etwas unsanft, aber heil runter. In Dallas blies bei 36 Grad ein heißer stürmischer Wind. Wenige Stunden bevor "Rita" an Land ging saßen alle rechtzeitig in einem sehr kleinen Flugzeug in Richtung Mexiko. Das hatte den Vorteil, daß alle einen Fensterplatz hatten, den Hurrikan und die menschenleeren Straßen deutlich sehen konnte. "Eine einzige gelbe Wand". Am Samstag gegen 04:30 Uhr MESZ war das Ziel Aguascalientes nach weiteren 3,5 Flugstunden erreicht, nur ein bißchen Gepäck und ein paar Rennräder fehlten noch. Am ersten Tag wurde zunächst ausgeschlafen und die verbliebenen Räder montiert. Die Unterbringung ist o.k. Robert denkt, daß er die nächsten Tage nur von Cornflakes leben muß (das erste mexikanische Frühstück war nicht so das Richtige) und ist deshalb erst einmal auf der Suche nach einem Supermarkt...
 
21.09.05: Die Räder werden mal wieder flugtauglich gemacht
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Teilnehmer: Stefan Nimke, Matthias John, Carsten Bergemann, Maximilian Levy, Benjamin Wittmann, Christin Muche, Miriam Welte, Michael Seidenbecher, Robert Förstemann
Trainer: Detlef Uibel,
Mechaniker: Hartmut Stenzel
Masseurin: Alexandra Welte
 
Mit diesem Fliegerchen gegen "Rita" 
 
 
Das Erfurter Sprintteam einmal anders: Buenos dias Mexiko

 
25.09.2005 Die Mannschaft verfügt immer noch nicht über alle Räder. Deshalb wurde heute in kleinen Gruppen trainiert. Roberts Rad war heute mit 3 Fahrern den ganzen Tag im Einsatz. Bei dünner Luft, staubigen Straßen und Sonne ohne Ende ist das Ausdauertraining sehr strapaziös. Zudem sieht man viel Armut entlang der mexikanischen Straßen ...
 
Mexiko 2005
 

26.09.2005 Ein normaler Trainingstag. Der Jetlag und die Probleme mit der Nahrungsumstellung erwischen nun nach und nach alle. Heute gab es zum Frühstück erstmals Marmelade. Inzwischen fehlen nur noch 3 Rennräder. "Die Gegend hier ist öde". News gibt nur über CNN. Die Ergebnisse der Straßen-WM und Formel 1 gab es von zu Hause per SMS.

28.09.2005 Einem Teil der Mannschaft geht gesundheitlich immer noch nicht besser. Inzwischen sind aber alle Räder da und das Trainingspensum wird absolviert. Die Luft ist dabei spürbar dünn. Auf den mexikanischen Straßen wird den Radsportlern freundlich zugewunken und es wird Rücksicht genommen. Das kennt man ja vom heimischen Training kaum noch. Allerdings füllen sich die Straßen auch erst gegen Abend. Das Normalbenzin kostet nur ca. 50 Cent/ Liter. Darüber sich freut sich besonders Herr Uibel, denn der Tank an seinem Auto scheint ein Loch zu haben, es schluckt und schluckt. Mit dem Essen hat Robert so seine Problemchen. Nach dem Trainingslager wird Thüringer Leberwurst wieder eine Delikatesse sein.
 
Stets freundlicher Empfang in Mexiko: Robert und Seide  
 
 
 
Thüringer Allgemeine am 30.09.2005:
Weltcup ohne Wolff - Die deutschen Bahnsprinter müssen in der ersten Saisonphase ohne ihre neue Leitfigur auskommen.
ERFURT. Der Erfurter Weltmeister René Wolff verzichtet auf seinen Einsatz beim Weltcup-Auftakt vom 3. bis 5. November in Moskau und wird erst im Januar in Los Angeles in die Serie eingreifen. "Im Sommer bin ich knapp am Bandscheibenvorfall vorbeigeschrammt und musste deshalb deutlich meine Trainingsschwerpunkte verschieben", betonte Wolff. Er werde zwischen Mitte Oktober und Mitte November bei den Sechstagerennen in Amsterdam, Grenoble und in München starten und Ende des Jahres noch ins Trainingslager nach Australien gehen, bevor er den ersten Weltcup bestreitet. Bundestrainer Detlef Uibel war nicht überrascht: "Sein Trainingsrückstand ist nach der Verletzungspause noch zu groß." Deshalb habe er Wolff auch nicht ins Höhentrainingslager mitgenommen, das bis zum 14. Oktober u. a. mit den Erfurtern Michael Seidenbecher, Matthias John und Robert Förstemann in Mexiko läuft: "Er ist einfach noch nicht so weit." In der Höhenlage Mittelamerikas beeinträchtigen allerdings Fieber- und Virusattacken die Vorbereitung. Die beiden Junioren-Weltmeister Benjamin Wittmann (Kaiserslautern) und Maximilian Levy (Cottbus) sind jedenfalls vorübergehend außer Gefecht gesetzt.

30.09.2005 Robert geht es gut und die Mannschaft ist wieder relativ fit. Inzwischen kennt Robert auch die Radrennbahn und einen kleinen Teil der Stadt. Jetzt ist auch der Blick für die fremde Tierwelt da. "Irgendwas Felliges springt oft über die Straßen", es gibt riesige Schmetterlinge und jede Menge Hunde. Mechaniker H. Stenzel, Seide und Robert mußten schon ernsthaft flüchten. Dank Sascha Jäger (Grüße nach Erfurt!) gibt es auch mal einen deutschen Film auf Notebook anzuschauen.

Robert, M. Welte, S. Nimke 

02.10.2005 Es gibt nicht viel Neues. Der Mannschaft geht es gut und am 01. Oktober war Ruhetag. Den hat Robert überwiegend am Pool verbracht. Der erste Versuch einer Internetverbindung ist leider gescheitert. Robert vermißt Zeitung und Nachrichten aus Deutschland. So gibt es das Wichtigste per SMS und am Telefon.
 
04.10.2005 Robert war heute äußerst gesprächig und "Seide" erzählte im Hintergrund mit. Das bedeutet: gute Trainingszeiten auf der Bahn bei beiden sowie ein zufriedener Bundestrainer. Robert ist nun endlich auch in beiden Schultern (Stürze in Fiorenzuola und Gera) fast schmerzfrei. In Mexiko werden die Einkaufsmärkte gerade weihnachtlich geschmückt und bei weit über 30 Grad ist das schon ganz lustig.
 
06.10.2005 Das Training auf Bahn und Straße läuft weiterhin gut und die Mannschaft ist o.k. Seit zwei Tagen ist auf Grund von "Stan" die Sonne weg und es ist sehr windig. Ansonsten wurden dieser Hurrikan und seine Folgen nur gelegentlich im Fernsehen gesehen. Erst von zu Hause erfuhr Robert, wieviel Leid er in den Südosten Mexikos und nach Mittelamerika gebracht hat. Heute "Nachmittag" war ein Teil der Mannschaft zu einer Autogrammstunde unterwegs. Robert wußte nicht genau wo er war und auch nicht, was (spanisch) gesprochen wurde. Miriam Welte und die Jungs waren jedenfalls umringt und umschwärmt wie eine Popgruppe in Europa. Es ist nicht eine Autogrammkarte übrig geblieben und es hat Spaß gemacht, diesen Menschen dort Freude zu bereiten. Schade, daß man in Deutschland schon so "satt" ist ...
 
Deutsche Sportler sind in Mexiko begehrt: M. Seidenbecher, M. John und S. Nimke 

 
08.10.2005 Gestern konnte nicht auf der Bahn trainiert werden, weil es geregnet hat. Heute beginnt das Bahntraining erst spät, da tagsüber die mexikanischen Meisterschaften stattfinden. Inzwischen war auch "Halbzeit" und es gab ein gemeinsames Abendessen für die gesamte Mannschaft. Robert hat dabei sein "bisher bestes Steak im Leben" gegessen und kam mit mexikanischen Studenten ins Gespräch. Die wollten zunächst nur seine Jacke ("unverkäuflich, da selbst in Hollywood gekauft"). Trotzdem war es schön, sich zumindest mal in Englisch zu unterhalten, denn das spricht in Mexiko kaum jemand. Auf die Amerikaner ist man dort nicht so gut zu sprechen. Mit einer Internetverbindung klappte es bisher nicht. Es gibt zwar einen PC mit DSL- Anschluß im Hotel, aber man will eigentlich nicht wirklich richtig jemanden ranlassen. Robert hat es mit einem 10- Dollar- Schein probiert, aber der wurde nicht akzeptiert, weil er eingerissen war. Die nächste Dollar- Note war dann zu neu und wurde auch abgelehnt. Die bestellten Post- bzw. Ansichtskarten incl. Briefmarken sind auch noch nicht eingetroffen. In den umliegenden Märkten und im Hotel gibt es so etwas nicht, von hier aus kaum zu glauben. Nebenbei erzählte uns Robert, daß die Mannschaft auf dem Hinflug mit United - Airlines unterwegs war, weil Lufthansa wegen des Hurrikans Dallas nicht mehr angeflogen ist.
 
11.10.2005 Das Training läuft gut und zum Endspurt gibt es nochmals richtig Belastung. Inzwischen gab es auch mal "Kultur". Die Mannschaft besuchte einen klassischen Stierkampf. Nach dem ersten Kampf mit einem jungen Tier verließen erst einmal alle erschüttert den Ort des Geschehens. Dann überwand man sich doch nochmals und verfolgte auch die anderen 6 Kämpfe. Jedesmal wenn ein Torero auf die Hörner genommen oder überrannt wurde gab es aus der deutschen Ecke donnernden Applaus. Den Stieren half das jedoch leider nicht. Der große Teil der Mannschaft wird sich das jedoch nie wieder im Leben antun. Langsam freut man sich auf die Heimreise und Briefmarken konnten immer noch nicht aufgetrieben werden.
 
Hier ist der Sand der Arena noch hell, auf späteren Bildern ist er dunkelrot...

 
rad-net am 13.10.2005
 
Das BDR-Team in Aguascalientes (Foto rad-net)
 
 
Sprint-Nationalmannschaft absolviert Höhentrainingslager
Mexiko (rad-net) - Mit einen dreiwöchigen Höhentrainingslager hat für die Sprint-Nationalmannschaft die neue Bahnsaison 2005/06 begonnen. In Aguascalientes (1800m hoch in Zentralmexiko) fand man dazu optimale Voraussetzungen. Bereits beim Weltcup im März 2004 konnte man sich von den guten Rahmenbedingungen ein Bild machen: das Wetter ist konstant und die Temperaturen liegen im Durchschnitt bei 25-30°C.
Schwerpunkt des Lehrganges ist das Bahntraining auf der 333m-Zementbahn. Hier wurden kraftausdauerbetonte Trainingseinheiten absolviert. Diese Schwerpunktsetzung unter Höhenbedingungen ist für das Nationalteam eine neue Form der Vorbereitung und soll, gute Ergebnisse zum 1. Weltcup in Moskau (4.-6.11.05) vorrausgesetzt, auch für die Olympiavorbereitung 2008 genutzt werden.
Rene Wolff konnte den Lehrgang nicht bestreiten, da er nach seinem verletzungsbedingten Ausfall noch erhebliche Trainingsruûckstände hat. Allerdings wurden auch junge Sportler in das Team integriert. Allen voran die erfolgreichen Junioren Maximilian Levy und Benjamin Wittmann. Kurz vor Abschluß des Lehrgangs, kann man bereits einschätzen, dass alle Sportler die Trainingsinhalte erfüllen konnten. Nach anfänglichen Problemen mit den Magen, haben sich alle Sportler stabilisiert. Das gezeigte Leistungsniveau lässt auf eine erfolgreiche Saison hoffen. Zwischen den Trainingseinheiten wurden aber auch Möglichkeiten genutzt, etwas mehr von der Kultur und den Leben der Mexikaner zu erfahren. Höhepunkt war dabei der Besuch eines Stierkampfes (der aber nicht nach den Geschmack aller Sportler war). Ansonsten ist Aguascalientes mit ca. 1Million Einwohner bekannt durch seine Silberverarbeitung und durch seine heißen Quellen. Aktuell bewirbt sich Aguascalientes um die Juniorenweltmeisterschaften 2008 und um die Ausrichtung eines Bahnweltcups. Dazu weilt derzeit eine Delegation der UCI in der Stadt.
 
Hat alles stets im Blick: Bundestrainer D. Uibel

13.10.2005 Inzwischen hat sich Robert auch mal online gemeldet, einen Eintrag im Gästebuch hinterlassen und wie man oben sieht ist auch irgendwie ein Bild via Internet nach Deutschland gekommen.

16.10.05 Die Mannschaft befindet sich gerade auf dem Heimflug. Nach einer sehr kurzen Nacht ging heute 04.30 Uhr mexikan. Ortszeit die Reise los. Bei der Zwischenlandung in Dallas wurde bereits das erste Gepäck vermißt. Seide und Robert werden am Montagfrüh 07.30 Uhr MESZ in Frankfurt/M. nur mit ihren Rädern ankommen und bei M. John ist bis auf das Handgepäck erst einmal alles weg. Der Montag wird dann für Robert noch sehr lang, denn er muß bereits Dienstagfrüh in Fürstenwalde seinen Dienst antreten.
 
24.10.05
Inzwischen ist das Trainingslager schon wieder Vergangenheit. Natürlich kam die Mannschaft mit Verspätung an. In Dallas mußte eine Tragfläche der Boing 777 repariert werden. Nach einem kleinen logistischen Kunststück war Robert 14 Stunden nach dem Aufsetzen auf der Frankfurter Landebahn über Erfurt, Gera und Cottbus (Radtausch sowie Wäsche, Ausrüstung und Unterlagen für den kommenden Lehrgang abholen) pünktlich in Fürstenwalde. Das Gepäck traf 6 Tage später in Gera ein.
Auf dem Notebook lagern Dank Miriam und Alexandra Welte, Detlef Uibel sowie der Mannschaftsärztin Anja über 1,2 Gigabyte schönes Bildematerial. Die schönsten Bilder werden wir nach und nach ins Fototagebuch einstellen und auf dieser Seite gibt es nun nachträglich einen kleinen Vorgeschmack.
 

 
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